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Gipsy's Tale

Gipsy's Tale  


A Travelling Musician's Log 




THE DREAM 


Wer kommt nicht ins Trä
umen beim Anblick der tropischen Paradies-Landschaften und dem life-style völliger Freiheit in "The Beach", dem Backpacker-Film schlechthin? Wer bekommt keine Gänsehaut, wenn Richard in der letzten Szene ein Foto des glücklichsten Moments seines Lebens erhält, auf dem die ganze Aussteiger-Community happiness am perfekten Strand feiert - Bildunterschrift: "Parallel Universe"? Und bei den letzten Worten vor dem Abspann: "And me... I still believe in paradise... how you feel for a moment in your life... and if you find that moment... it lasts forever." 

 

Ich habe diesen Lebensstil für mich gewählt – Weltenbummler, Lebenskünstler, Gitano. Escaping to paradise is a travel fantasy – but the real thing is much better! Seit 4 Jahren bin ich nun um die Welt unterwegs, war aus unterschiedlichsten Anlässen in 28 Ländern und bin nun dabei, meine 10. Sprache zu lernen... ob in einer High School in den USA oder als Barpianist in Rio de Janeiro, ob ein Jahr mit dem Rucksack durch ganz Südamerika zu reisen oder einige Monate durch Südostasien oder durch Europa, ob als Disco-Promoter in Ibiza, ob Internationale Marktforschung in Barcelona oder als Klavierlehrer in Asien, ein Abenteuer jagt das nächste. Doch im Endeffekt geht es dabei gar nicht um diesen Lebensstil selbst. Worum es geht ist es, seine Träume auszuleben und das Glück zu suchen, denn es existiert - und sein Leben so zu gestalten, daß man niemals bereuen muß, was man nicht getan hat! 



HOME, SWEET HOME? 


Als ich anfing, meine "Gipsy Tale" zu Papier zu bringen, tat ich dies mit einer Warnung: wenn ich ehrlich schreibe, kann ich kaum leugnen, daß ich (offensichtlich) kein grosser Fan von Deutschland bin.
Inzwischen genieße ich zwar jeden "Heimaturlaub" und verbringe jährlich ein paar Wochen in "good (c)old Germany", um Freunde und Familie zu besuchen - doch zwei der Hauptgründe für mein Fernweh waren ursprünglich (so sorry, folks) das deutsche Wetter, und der deutsche Ernst... 

 

In Deutschland gibt es 2 Jahreszeiten: Winter, und Juli. Wußtet Ihr, daß die Sonne in Deutschland im statistischen Mittel nur 2 Stunden pro Tag scheint? Daß 7 Monate pro Jahr geheizt werden muß, und der Sommer dazwischen zu 60 Prozent verregnet ist? Daß im Winter oft 7 Wochen am Stück nicht das kleinste Stückchen blauer Himmel zu sehen ist? Während ich an grauen Novembermorgenden das Eis von den Fenstern meines Autos kratzte (meine Freunde hier in den Tropen sind immer wieder erstaunt ob dieser Kuriosität) und die Kälte so stechend eisig war, daß es schmerzte, hielten mich nur Stevie Wonders Lyrics am Leben: "...like a long lonely stream - I keep running towards a dream... cuz there's a place in the sun… where there’s hope for everyone… where my poor restless heart's gotta run..." 

 

Und Nummer zwei, der deutsche Ernst... der hängt direkt mit dem Wetter zusammen, davon bin ich überzeugt. Nicht umsonst kommt die meiste depressive Metal-Musik aus Skandinavien, während wir Samba und Salsa, die Musik purer Lebensfreude, den Lateinamerikanern verdanken! In deutschen Fußgängerzonen sieht man massenweise hektische Einzelgänger - in vor Kälte steifer Haltung in dicke Mäntel gehüllt, den Blick halb gesenkt, die Mimik ernst bis bitter, die Gedanken voller Sorgen und Streß, voller eingebildeter und realer Probleme... Soziologen haben bewiesen, daß das Arbeitsklima hier zu den weltweit schlechtesten gehört - kein Vergleich zu Spaniern, die was ihre gute Laune angeht zwischen Arbeit und Urlaub nicht unterscheiden. Und wenn die Sonne sich dann in Deutschland tatsächlich mal zeigt, ändert sich auf einmal die ganze Stimmung, die Leute sind fröhlicher, offener, kontaktfreudiger, in einem Wort - wärmer

 


LATIN-AMERICA 


Mein persönliches Sinnbild für das Paradies auf Erden: palmenbestandene weisse Sandstrände bei konstant sommerlichen Temperaturen, wilde, bunte Natur und exotische Tierwelt in atemberaubenden Landschaften, fantastische Gerichte, Getränke und tropische Früchte en masse, feurige Musik - und natürlich freundliche, aufgeschlossene und sorglose Menschen, die zu feiern, zu lachen, zu tanzen, ja - zu leben verstehen! Und muß ich erst erwähnen, daß Latinas (ganz zurecht übrigens!) als die schönsten und nettesten Frauen des Planten gelten? 

 

Doch schon als Kind faszinierte mich Südamerika, ich wälzte Bücher voller Fotos, der Georgraphieunterricht wurde bei diesem Thema auf einmal zum Lieblingsfach, ecuadorianische Freunde meiner Famile erzählten mir von ihrer Heimat und ich begann, autodidaktisch Spanisch zu lernen, statt meine Nachmittage dem Super-Nintendo zu widmen. The secret of motivation is to know WHY you want something! Und wieder floß mir Inspiration aus einem Lied zu: "Last night i dreamt of San Pedro... I want to be where the sun warms the sky... beautiful faces, no cares in the world... this is where I long to be: La Isla Bonita" 

 


THE FIRST ADVENTURE


Mit 16 ergab sich endlich meine erste Chance: eine Konzerttournee durch Brasilien sollte zur bis dahin besten Zeit meines Lebens werden. Im mehrere tausende Kilometer großen Dreieck zwischen Rio de Janeiro, Porto Alegre und Foz do Iguaçu spielten wir Konzerte in 11 Städten, wohnten bei brasilianischen Familien und lernten so etliche Leute kennen... und die Gastfreundschaft und die allgemein herrschende positive Stimmung der Brasilianer waren einfach überwältigend.
Daß man sich bei uns einen "feuchten Händedruck" gibt, finden Brasilianer reichlich befremdend - man begrüßt und verabschiedet sich hier grundsätzlich mit Umarmung und Küßchen. Nach den Konzerten gaben wir Autogramme, hatten auf einmal “Groupies” und wurden mit tosendem Aplaus von Hundertschaften im Publikum begrüßt - selten zeigt ein deutsches Publikum so viel Begeisterung! 

 

Ein letzter Blick aus dem Flugzeug auf den Zuckerhut und die Copacabana bei 27 Grad (nachts, im brasilianischen Winter!), dann die Ernüchterung - Frankfurt, Anfang September, trüber Himmel, Dauerregen, Frösteltemperaturen... Die Straßen sind schon grau asphaltiert, doch wenn der Himmel grau ist, wirken auch die Häuser auf einmal grau, und mit einem mal werden selbst die Gesichter der Menschen aschfahl. Ich saß am Tag darauf wieder in meiner Schule (ein graues Gebäude), und es ging mir immer wieder nur eine Frage durch den Kopf... "Was zum Geier mache ich hier eigentlich?!" That does it, jetzt reichts mir! Ich beschloß, so schnell wie möglich ins Ausland zu gehen, und zunächst für mindestens ein Jahr dort zu bleiben. 

 


TRAVELLING 


Es gibt eine Theorie, nach der die Menschheit immer noch nomadisch veranlagt ist, und die meisten Konflikte auf der Unterdrückung dieser genetischen Programmierung durch unsere Gesellschaft beruhen! Stillstand ist der Tod, Routine ist Langeweile und Wachstumsbremse und Sicherheit ist eh nur Illusion - Freiheit ist das Wort!
Völlige Spontaneität - jeden Tag neu zu entscheiden, ob man noch ein paar Wochen im neu entdeckten Paradies verweilt, oder weiterzieht – erst auf dem Weg zum Busbahnhof das nächste Ziel festzulegen oder gar über Nacht zu entscheiden, plötzlich den Kontinent zu wechseln - mit einem Wort: "Free the bird" zu sein! 


Von den Reisen selbst zu erzählen, würde mehrere Bucher füllen... die Möglichkeiten sind einfach unbegrenzt.
Ob man touristisches Nachtleben wählt, in dem mehr Westler und Gringos als Einheimische zu sehen sind, oder Gegenden erkundet, die völlig "off the beaten track" liegen und wo man wie ein Außerirdischer bestaunt wird - jedes Erlebnis ist völlig einzigartig, und jede Stadt anders - man kommt an die fantastischsten Orte der Welt, ißt das exotischste Essen, lernt fremde Kulturen, Religionen und Gebräuche kennen und der ständige Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen läßt niemals Langeweile aufkommen. Doch was das Leben eigentlich erst lebenswert macht, sind einzelne Momente – Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint und in denen wir mentale Fotos schießen, die wir nie vergessen werden. Einige dieser Momente aus 3 Kontinenten habe ich zusammengetragen und möchte den Leser einladen, sich wirklich in seiner Vorstellung in jede Situation hineinzuversetzen. Denn obwohl die Liste sich endlos fortsetzen ließe, da sich auf Reisen ein solcher Moment an den nächsten reiht, ist bereits ein einzelner dieser einzigartigen Augenblicke jede Strapaze wert, die man dafür auf sich genommen hat. 



USA MOMENTS 

Ob Geschichtsunterricht bei einem Vietnam-Veteranen oder Auftritte mit der Pep Band beim American Football match, selbst in den USA sind das Leben und die Mentalität der Leute so völlig anders als in Deutschland, daß sich dies kaum vorstellen (oder gar mit Worten vermitteln) läßt. So ist man beispielsweise mit guten Noten in den Staaten kein Streber, sondern wird ähnlich respektiert wie der Quarterback des Varsity Teams - und bei allem, was die Amerikaner tun, bringen sie vollen Einsatz und Professionalität. 

Doch das beste waren, natürlich, auch in den USA die Reisen! Die Rocky Mountains in Colorado, ein Broncos-Spiel im Stadion in Denver, ein Trip nach L.A., San Francisco und San Diego mit Austauschschülern aus etlichen Ländern aller Kontinente, Jazz in Kansas City und die Nationalparks in Utah - die USA sind einfach gigantisch! Der Höhepunkt: eine Reise ins Nachbarland Mexiko, das tropische Paradies Lateinamerika! Kokosnüsse direkt von den Palmen am Strand, Bananenbrot zum Frühstück, frischgepreßter Zuckerrohr-Saft als Erfrischungsgetränk in der Hängematte und Meeresschildkröten direkt vor den Bungalows - schon als ich den Flughafen in Guadalajara verließ und die warme, tropische Luft einatmete, fühlte ich, wie man auf Spanisch sagt - LA PURA VIDA in meinen Adern pulsieren! 



DIE SINN-FRAGE 


Doch ist Zeit im Ausland nun Gammelei oder doch wertvoll für den Lebenslauf?
Leute, es ist viel mehr als das - schlicht und einfach die größte Bereicherung, die man sich vorstellen kann! Man gewinnt Abstand zu allem und kommt zu einer völlig neuen Perspektive für das Leben an sich - es ist ein Riesenschritt auf dem Weg zu sich selbst. Laut meinem Klavierlehrer, demgegenüber ich fast ein schlechtes Gewissen hatte, nach dem Abitur nicht gleich ein Musikstudium zu beginnen, spielte ich nach einer fast einjährigen Südamerika-Reise (auf der ich natürlich kaum üben konnte) gar besser als zuvor – es sei jezt viel mehr Leben in meinem Spiel, meinte er! Die philosophische Frage, die jeder Anrufbeantworter stellt “wer bist Du und was willst Du?” fand auch ihre Antwort, schon in meinem ersten Auslandsjahr definierte ich meinen Lebenstraum: als Pianist in Lateinamerika zu arbeiten! In den Worten der Werbung, Just Do It - im Sommer 2002 wohnte ich in Rio de Janeiro am Strand und spielte als Barpianist in einem luxuriösen Restaurant mit Blick aufs Meer. 



LIVING LIFE TO THE FULLEST


Das größte Problem daheim war für mich dabei eigentlich nicht so sehr eine griesgrämige oder deprimierte Stimmung - sondern vielmehr das Lebensgefühl totaler Ambivalenz und Gleichgültigkeit: ein All-Tag sieht aus wie der andere, die Routine abzuhaken erschien mir, wie durch einen grauen Nebel zu wandern, emotionslos, ohne Euphorie noch Melancholie... und dieses unbewußte, betäubte Leben ist wohl der Grund, daß man oft erschrickt wenn man sich fragt: "wo sind eigentlich die letzten 3 Stunden hin? - oder die letzten 3 Jahre?!"  

 

Schon in einem Jahr in den USA verdreifachte sich mein Leben sozusagen – neue Schule, Freundeskreise, Hobbies und Familie bildeten ein völlig neues Leben, und anschlisesend ist das "life back home" auch so völlig anders als das zuvor, daß man tatsächlich den Eindruck hat, 3 mal gelebt zu haben. Nur die Routine läßt die Wochen und Monate vorbeirasen - Travelling dehnt die Zeit, denn wenn sich jeder Tag vom vorigen so extrem unterscheidet und man unzählige aufregende Eindrucke und Erlebnisse sammelt, kommt einem der Vormonat nicht "wie gestern vor", sondern umgekehrt! Die Zeit scheint oft ganz stillzustehen; das Wort Eile verliert seine Bedeutung. Der Dalai Lama meint: “serenity is the key to happiness” - oder in den Worten Eric Burdons: “I ain't got no worries, cuz I ain't in no hurries". 

 


SELBSTVERWIRKLICHUNG 


Ungeachtet der Scheuklappen gesellschaftlicher Normen und Regeln seine Persönlichkeit auszudrücken und aus der Matrix auszubrechen - das ist Selbstsverwirklichung! Diese Freiheit erlaubte mir auch, meinen wahren Interessen nachzugehen: ich setzte mich intensiv mit positivem Denken auseinander, trieb viel Sport und widmete mich dem Klavier, erlebte Spirituelles in Asien,
Übernatürliches in Brasilien und lernte die Sprachen der Länder, die ich bereiste… "You can be anything you want to be - just turn yourself into anything you think that you could ever be!" (Innuendo, Queen) 

 

Träume dieser oder anderer Art hat wohl jeder - die Gefahr besteht lediglich darin, sie auf später zu verschieben! Denn die Zukunf existiert nicht: now is the time! Wer das Leben verschiebt auf die Zeit "wenn erst mal das Studium fertig, die Wohnung abbezahlt, die Rente sicher ist", argumentiert wie der Hund, der sich nicht ins Wasser traut, bevor er nicth das Schwimmen gelernt hat – und läuft Gefahr festzustellen, daß den Träumen immer Hindernisse im Weg stehen werden. Auf einmal ist das Leben dann fast vorbei und ein eisiger Wind scheint über die verstrichenen Jahre zu wehen - doch selbst wenn man es tatsächlich schafft, nach der Pensionierung damit anzufangen, seine Träume zu verwirklichen, hat man doch 40 seiner besten Jahre für diese Freiheit geopfert: 11 Monate im Jahr hart zu schuften für Kurzurlaube im abgeschirmten Strandhotel - statt gleich im Paradies zu leben und dort zu arbeiten – das schien mir noch nie wirklich logisch zu sein. 

 


SACRIFICE & TOUGH TIMES


Der große Absprung, der "Ausstieg", war allerdings selbstverständlich auch mit großen Opfern verbunden. Jeder, der sein Heimatland hinter sich lässt, ist sich dessen bewusst - und in meinem Fall waren diese Opfer Jobs als Hotel-Barpianist und Rockband-Keyboarder, eine in wochenlanger Arbeit renovierte Wohnung sowie das geliebte Auto, der Roller, und etliche treue Klavierschüler - sogar eine Beziehung ging in die Brüche, ganz zu schweigen davon, dass ich seither immer fern von deutschen Freunden, Verwandten und Familie lebe.
Mein Leben, wie ich es kannte, existierte nicht mehr - doch bekommt man das zehnfache von dem zurück, was man aufgegeben und investiert hat! Heimweh gibt es nicht, denn inzwischen ist meine Heimat dort, woimmer ich meine Tasche abstelle – und ab dem Tage des Ausstiegs habe ich erst angefangen, mein Leben wirklich und in aller Intensität zu leben

 

Und selbstverständlich gibt es neben dem großen Glück, das man findet, auch harte Momente. Der berühmte Kulturschock ist nur eine Seite davon (die Rückkehr nach Hause empfinden viele Heimkehrer allerdings oft als kulturell deutlich schockierender!) - manchmal wacht man morgens alleine in einem billigen Hotelzimmer mit kahlen Wänden auf, womöglich gar an Geburtstag oder Weihnachten fern der Familie, und man starrt in dem Bewußtsein an die Decke, wieder von null anfangen zu müssen, mit Arbeits- und Wohnungssuche - in einer Stadt, in der man bisher noch nicht einmal Freunde hat. Wenn dann noch andere Sorgen oder gar Liebeskummer hinzukommen, kann die Stimmung wahrhaft erstickend werden. Doch selbst in diesen Momenten ziehe ich ein emotionsreiches Leben voller Hochs und Tiefs jenem "grauen Nebel", der öden Routine daheim vor: wenn das Leben auch nicht immer glücklich sein kann, so doch zumindest immer spannend, aufregend und - intensiv! 




ASIAN MOMENTS 

- Spaziergänge durch Kuala Lumpur, der vielleicht buntesten Stadt der Welt - Chinesen, Malays und Inder leben hier in einem sympathisch-chaotischen kulturellen Nebeneinander, und Moscheen, buddhistische und hinduistische Tempel stehen einen Steinwurf von den berühmten hochmodernen Twin-Towers entfernt.  

- Kulinarische Unglaublichkeiten: ob gegrillter Skorpion in Bangkok, südindisches Dinner mit den skurillsten Saucen und Gewürzen in Malaysia oder das traditionelle Fisch-Menü mit 6 Gängen zur chinesischen Neujahrfeier in Singapur; ob Krokodilsfleisch, Hühnerbeine, Quallen oder Muschel-Muskeln: das asiatische Essen ist ein unbeschrebilicher Angriff auf die Sinne! 

- Gedankenverlorene Blicke über die Wipfel des kambodschanischen Jungels - von der Spitze Ankor Watts aus, der größten Tempelanlage der Welt und einem der sieben Weltwunder. 

- Ein schockierender Besuch des Totenschädel-Turms in den "Killing Fields" der Pol Pot Diktatur - und unentzifferbare Schilder, die vor Minenfeldern warnen (das Khmer-Alphabet hat 44 Konsonanten und 32 Vokale!) 

- Schwimmen, Joggen und Surfen am perfekten Palmen-Strand in Malaysia: tiefgrünes, klares Wasser und weißer, samtweicher Sand - bei 30 Grad im November! Nachts sorgt das Prasseln tropischen Regens auf die Dächer der Holzhütten für “Höhle-hinter-dem-Wasserfall-Stimmung”, und nur 2 Stunden später inspiriert der klarste Sternenhimmel bei Meeresrauschen Gänsehaut und tiefgehende Gedanken. 

- Beim Verlassen klimatisierter Gebäude zu spüren, daß es draußen selbst im Dezember wärmer ist als drinnen, das ist selbst nach Jahren in den Tropen jedesmal ein erhebender Moment… 

- Eine Live-Aufführung der traditionallen Musik in Hoi An (einer Mischung aus chinesischer, vietnamesischer und japanischer Kultur) mit traditioneller Bekleidung und gleichzeitigem Theater-Tanz ist ein surreales Erlebnis, dem kein Foto je gerecht werden könnte. 

- Eine abenteuerliche, 84-stündige Busfahrt vom chaotischen Saigon mit seinen 4 Millionen Motorrädern ins dörfliche Laos: nach 2 Motorschäden, einer plötzlich geschlossene Grenze, einem platten Reifen und einem im Schlamm feststeckenden LKW, der die Straße blockierte, waren alle Passagiere aus 13 Ländern zu einem großen eingeschworenen Freundeskreis geschweißt worden! 



THE MILLIONAIRE 


Wenn eine Woche Italien-Urlaub leicht über tausend Euro kommen kann - wieviel Geld braucht man dann, um jahrelang die ganze Welt zu bereisen?
Ich werde tatsächlich immer wieder gefragt, ob ich Millionär bin. Doch nichts dergleichen - das Geheimnis ist der Gipsy-Lifestyle, gewußt wie! Der reichste Mensch der Welt ist kein Milliardär, sondern der Besitzlose, der keine Wünsche hat - ich reise lediglich mit einer Tasche der nötigsten Utensilien, und alles was man darüber hinaus braucht ist ein trockener Schlafplatz! Freiheit fängt im Kopf an, Besitz ist Ballast - und Lebensqualität kommt keineswegs von Lebensstandard! Doch die Kosten der Reisen selbst? Wenn man offen für die Erfahrung ist, wie die Einheimischen zu essen, kommt man extrem günstig in den Genuß der exotischsten Speisen – und wer 36 Stunden in einem Zug dritter Klasse durch Thailand fährt statt zu fliegen, wird mit spektakulären Sonnenuntergängen über den atemberaubendsten Landschaften wie aus der Nationl Geographic belohnt! Doch das beste am Shoe-Stringing: in rustikalen Hostels mit 8 Betten pro Zimmer lernt man die interessantesten Menschen aus aller Welt kennen! “I don’t make a lot of money, but I’m happy, and that’s priceless.” (Paul “Jacko” Jackson, Bangkok) 

 

Ein bißchen Geld braucht man natürlich trotzdem – woher kommt das? Nun, für Amerikaner ist die Frage "was, wenn Du Deinen Job verlierst?" ungefähr so unverständlich wie die Sorge "was, wenn Elefanten Eier legen könnten?" Dann sucht man sich eben eine andere Arbeit, das ist den Amis ganz klar - in Barcelona hatte ich gar innerhalb von 36 Stunden nach der Ankunft bereits Wohnung und Job gefunden. Ob ich nun als Privatlehrer für Sprachen, Rezeptionist im Strandhotel oder Aufnahmeassistent im Tonstudio arbeitete, ob als Schlosser, Lackierer, Fräser, Busfahrer oder Verpacker, ob als Page, Türsteher, Kellner oder Barkeeper, ob als Klavier- und Keyboardlehrer, Telefonist, Übersetzer oder Barpianist, mit der nötigen Flexibilität findet sich überall Arbeit, und sogar Arbeit, die Spaß macht - denn wer einen Job hat, den er genießt, braucht nicht einen Tag im Leben zu arbeiten! 



UNEMPLOYED 


Arbeit gibt es überall? Inzwischen über 5 Millionen Deutsche werden mich spätestens jetzt für völlig verblendet halten: Zeitungen halten nur noch Stellengesuche statt -angebote. Der letzte Grund, nicht ins Ausland zu gehen - die finanzielle und soziale Sicherheit in der Heimat - scheint zu schwinden. Wer dauernd im Ausland ist, weiß hinterher wenigstens, warum er keine Rente bekommt: in Frankfurt steht ein Drittel aller Büros leer, Menschen verdienen in 6 Stunden 6 Euro und geben 4 davon für die Busfahrt zur Arbeitsstelle aus. Die Zahl der Industriebeschäftigten ist in vielen Branchen um bis zu 65 Prozent zurückgegangen, manche Güter werden bereits zu 98 Prozent im Ausland produziert und 2003 wurden über 100,000 Insolvenzen angemeldet! 3 Millionen Haushalte sind überschuldet, und das deutsche Einkommen liegt bereits unter europäischem Durchschnitt. Was man verdient geht, indirekte Steuern mitgerechnet, zu 70% in den Staatssäckel, und kleinkarierte Bürokratie sorgt für Kopfschmerzen.

 

Kein Wunder, daß die Stimmung in Deutschland nicht gerade vor Lebenslust überschäumt. Nachdem ich vom ersten Auslandsjahr zurückkehrte, aufgeladen voller positiver Energie, brachten mir meine enthusiastischen Begrüssungen mit einem breiten Lächeln morgens nur sarkastische bis rätselnde Reaktionen ein wie: "sag mal, man muß doch auch mal 'nen schlechten Tag haben?" Und da ich zu der Zeit amerikanische Radiosender hörte, wurde ich fast jeden Morgen mit den Worten geweckt: "Today, expect mostly cloudy skies..." Gnaaaa! Ausländer beschweren sich, wie schwer es sei, in Deutschland Freundschaften zu knüpfen und wundern sich über die Notwendigkeit von Kontaktanzeigen, und vor allem meine Freunde aus dem sinnlichen und romantischen Brasilien meinen, das Spiel der Geschlechter sei hier so eingefroren wie das Wetter - auf Parties wird nicht getanzt, sondern am Biertisch gesessen, und die deutsche Sprache sei zu kompliziert und steif, um Stimmung aufkommen zu lassen. Tatsächlich sind Portugiesisch, Spanisch und Englisch "much more straight forward and to the point" - der geneigte Leser möge versuchen, dies ähnlich treffend auf Deutsch zu formulieren. 



LIFE ITSELF IS THE GURU 


Bevor ich jedoch bei meiner nächsten Rückkehr nach Deutschland am Frankfurter Flughafen gesteinigt werde, möchte ich hinzufügen, daß ich mich bei meiner Kritik keineswegs selbst ausschließe, schließlich wurde ich selbst als Deutscher geboren. Und als ich damals frisch in Rio ankam, ging ich doch noch sehr gewissenhaft-deutsch bei der Arbeitssuche vor, eilig und besogt
, immer Uhr und Kalender folgend. Ich war wohl noch eher ernst, eingeschüchtert und kontaktscheu, und plante viel, anstatt das Leben einfach zu leben und es fließen zu lassen. Doch genau das war ja einer der Gründe gewesen, warum ich nach Südamerika gekommen war - um von den Latinos zu lernen und mir eine Scheibe ihrer Mentalität abzuschneiden! Im Nachhinein sehe ich, daß ich in 10 Monaten in Südamerika mehr gelernt habe als in den 3 Jahren Schule davor zusammen. Meine Armbanduhr ist bis zum heutigen Tage in Rio, und die Vokabel “Wecker”, dieses wider die menschliche Natur und den Biorhythmus gerichtete Teufelsgerät, ist durch berufliche Flexibilität fast zum Fremdwort geworden. 



LATIN MOMENTS 

- Ein viertägiger Segeltrip unter tropischer Sonne auf dem atlantischen Ozean, mit unvergleichlichem Sternenhimmel bei Nacht - und mehreren Buckelwalsichtungen nur 2 Meter neben dem Boot bei Tag! 

- Sonnenuntergänge... über dem offenen Ozean, über spanischen Inselstränden, brasilianischen Nationalparks und asiatischen Metropolen - oder ein Sonnenaufgang über dem Plata-Fluß, nach einer durchtanzten Nacht neben der Open-Air Discothek Pacha in Buenos Aires! 

- Eine schockierende Expedition zu einer bolivianischen Silbermine, in der noch mit mittelalterlichen Methoden gearbeitet wird und Arbeiter im Schnitt nach 5 Jahren an Lungenkrankheiten sterben - 87jährige Frauen meisseln mit letzter Kraft, und 8jährige Kinder hantieren mit Dynamit. 

- Rustikal-Romantik: Ein Strand"hotel" am Pazifik, das statt einer Dusche nur einen Eimer Wasser und eine halbe Kokosnuß zum Schöpfen bietet - dafür aber das traumhafteste Szenario, das man sich vorstellen kann! 

- Ausgelassene brasilianische Parties am Strand, unter Sternenhimmel und bei Fackelschein, selbstverständlich mit brasilianischer Live-Musik, reichlich Caipirinha und gegrillten Hühnerherzen am Spieß als Snack! 

- Wundersame Tierwelt: Frösche auf dem Teller oder sogar im Badezimmer - eine Spinne der Grösse meiner Hand (die eine ecuadorianische Freundin nicht im mindesten in Aufregung versetzte), Fledermäuse in der Stadt, Insekten so groß wie Hamster und Quallen so groß wie Pizzas in Malaysia. 

- Unvergessliche Barpiano-Momente am Flügel in den Hotelbars der Sheratons, Hilton Colons, Intercontinentals, Hyatts und Marriots in Rio, Lima, Guayaquil, Natal, Quito, Salvador, Jakarta, Hanoi... 

- Ein "Busraid" von mit Messern, Maschinengewehren, Granaten und Raketenwerfern bewaffneten Soldaten im Bürgerkriegsland Kolumbien, wo Guerillas, Paramilitärs und Drogenmafia sich Gefechte liefern, war den Adrenalinstoß wert: in diesem Land tanzt tatsächlich jeder Salsa, Cumbia und Merengue, anstatt nur um die Tanzfläche herumzustehen und sich an seinem Drink festzuhalten - ein Hexenkessel purer Lebensfreude! 

- Im November unter brasilianischer Sonne mit Bermudas und Schlappen statt Jacke und Schal: mit dem Dünenbuggy querfeldein oder mit dem Sandboard auf der Piste! 

- Selbst Borussia-Fans dürften Schwierigkeiten haben, mit der Stimmung mitzuhalten, die in Maracanã, dem größten Fussball-Stadion der Welt in Rio bei Flamengo-Spielen aufkommt - Getrommel, Jubel und Tanz paaren sich mit Wut und Verzweiflung – pure Emotion liegt in der Luft! 



IT’S ALL ABOUT PEOPLE 


Die Freundschaften, die man (vor allem wenn man alleine reist), unterwegs täglich schließt, sind jedoch tatsächlich das wertvollste am Reisen - Einsamkeit ist kein Thema. Inzwischen umfasst mein Adressbuch etliche hunderte Freunde aus fast allen Ländern der Welt - und überraschenderweise bleiben diese Bekanntschaften keineswegs an der Oberfläche!
Durch die besonderen Momente, die man teilt, gehen Beziehungen fast noch tiefer als daheim - unterwegs findet man neue Familien, große Lieben und wahrhaft brüderliche Freundschaften. Es ist auch überwältigend, was für Paradiesvögel man kennenlernt, sowohl unter Einheimischen als auch unter anderen Reisenden - Multimilliardäre und Modedesigner, Drogenbosse und Prinzessinen, Hippies und Kunsthandwerker, buddhistische Mönche in ihren orange-farbenen Roben, Schauspieler, Weltumsegler und professionelle Fußballspieler, berühmte DJs, Tänzer und Regisseure... und, natürlich - andere deutsche Aussteiger! 

 

Ob man in Argentinien von einem Buchhändler das Angebot bekommt, sich das Nachtleben der Stadt zeigen zu lassen und anschliessend von dessen Familie zum Grillen einer “Parilla” eingeladen wird, ob man in Ecuador von einem neuen Bekannten schon am zweiten Tag aufgefordert wird, eine Weile bei ihm zu wohnen, oder ob eine Gruppe Vietnamesen beim Abendessen einem spontan zurufen, man solle sich doch zu ihnen gesellen - die Offenheit, der man vor allem in südlichen Ländern oft begegnet, ist kaum vorstellbar! Als Gast ist man hier nicht "Ausländer" im deutschen Sinne, sondern exotische Attraktion und wird immer mit freundlicher Neugier aufgenommen. In manchen Regionen zieht man gar mehr Aufmerksamkeit auf sich als Berühmtheiten, und blonde Haare an den Armen zu haben oder Augen, deren Farbe zwischen blau und grün wechselt, sind ungesehene Phänomene! 



ZUKUNFTSANGST 


Verwandte, Freunde und auch Fremde reagieren in der Regel auf eine von zwei Arten auf meine Geschichten: entweder sie finden all dies fantastisch, beneidenswert und inspirierend - oder völlig verrückt. Oft kommt die Frage nach Studium, Karriere, Sicherheiten und Zukunft, ja sogar Altersvorsorge. Auch ich dachte früher, man habe die Wahl, entweder viel zu erreichen oder viel zu erleben, und entschied mich in diesem Bewußtsein für letzteres, da Dinge wie ein eigenes Haus und Mercedes nie Prioritäten für mich waren. Inzwischen bin ich jedoch zur
Überzeugung gelangt, daß dem Herzen zu folgen und seine Träume ernst zu nehmen einen stets zur richtigen Zeit an die richtigen Orte leitet, daß man so die richtigen Leute trifft, Kontakte knüpft und auf diese Art sozusagen automatisch auch über die richtigen beruflichen Wege "stolpert" - wenn der erste Schritt in diese Richtung erst einmal getan ist, führt eins zum andern und die Dinge fügen sich! 

Daß das Leben schwierig sein muß, scheint mir eine geradezu gefährliche Einstellung zu sein: Wehe, ein Kind lacht bei den Hausaufgaben - gleich kommt die Mutter mit der Frage: "ich dachte Du lernst?" Doch Lernen, Arbeiten und auch alles sonst im Leben darf ruhig auch Spaß machen! Vielmehr noch: durch den Spaß ist man ja erst mit Motivation und Konzentration bei der Sache - und erreicht so deutlich mehr als mit zusammengebissenen Zähnen! Daß ich 6 meiner Sprachen fließend spreche, verdanke ich weder strebsamer Büffelei noch einem Linguistik-Studium, sondern dem Reisen, dem Leben, der Begeisterung! Auch Ehrgeiz und Streß sind gefährliche Ratgeber - wo rennen wir denn hin? Ist ein Ziel erreicht, so tut sich das nächste auf - alles was wirklich existiert, ist der jetztige Moment, und unsere Chance, diesen zu leben - und das muß keineswegs Stillstand heißen! 


KARRIERE?


Und das darf es auch gar nicht, das kann ich gar nicht genug unterstreichen! Ich verwende das Wort Gipsy im Sinne von “unkonventionell”, nicht im Sinne von “Gammler”. So lebe ich momentan auch einen beruf
lichen Traum aus: ich wohne in Bali, leite dort eine Musikakademie und pendle regelmäßig zwischen Singapur, Kuala Lumpur, Jakarta, Sydney und einigen weiteren asiatischen Städten hin und her. Dort habe ich das Glück, Konzerte zu spielen, Fernsehauftritte zu geben und klassischen Klavierlehrern (auf indonesisch) Jazz-Piano zu unterrichten. Gleichzeitig kann ich in den Musikakademien, an denen ich arbeite, auch selbst weiter Musik studieren und habe sogar die Gelegenheit, an Wohltätigkeitsprojekten mitzuarbeiten und den Menschen hier zu helfen – doch das beste daran ist, daß sich all dies ohne große Planung einfach aus dem Weg, den ich ging, ganz natürlich ergeben hat – wie?! Indem ich dem Herzen folgte und meine Träume verwirklichte! 

 

Sollte man denn wirklich gleich nach der Schule, von der Vernunft geleitet und auf die Karriere fixiert, ein Studium beginnen, wenn einem der Sinn eigentlich nach etwas völlig anderem steht? Ich habe eine indonesische Freundin, die in diesem Herbst ihren Abschluß als Zahnärztin machen wird – eigentlich wollte sie mit 19 Europa bereisen. Nach knapp 7 Jahren Studium sagt sie nun: “Ich merke so langsam, daß ich gar keine Zahnärztin sein will – doch dafür ist es jetzt zu spät.” Wer stets der Stimme in seinem Inneren folgt, wird mit so einer Situation kaum konfrontiert werden: in Europa hätte sie vielleicht zuerst zu sich selbst gefunden und so die richtige berufliche Entscheidung getroffen – und wäre dann mit diesem Bewußtsein (und dem inneren Frieden, ihre Träume bereits verwirklicht zu haben), auch ein Studium viel motivierter angegangen! 

 

MORE LATIN MOMENTS…

- Nächtlich erleuchtete Skylines pulsierender Mega-Metropolen, ein ehrfurchterregendes Hochhäusermeer reicht bis zum Horizont - Städte der Größe Stuttgarts erscheinen in Brasilien gar nicht erst auf der Karte! 

- Mit dem Motorboot auf der Suche nach Krokodilen und Piranhas durch den mexikanischen Jungel - oder mit dem Kayak übers Meer zur nahegelegenen Affen-Insel! 

- Entspannt in der Hängematte am Strand liegen und ein gutes Buch, einen Schluck eisgekühlte Kokos-Milch direkt aus der Nuß und brasilianische Strandkultur geniessen - die perfekten Körper der Surfer und Bikini-Schönheiten scheinen aus einem Hollywood-Film zu stammen! 

- Der Blick vom Corcovado auf das wahrscheinlich unglaublichste Panorama der Welt: Rio de Janeiro mit seiner Skyline und den verwinkelten Slums zwischen Regenwald und der bergigen Landschaft – links bildet sich ein Regenbogen über der Lagune, rechts ufert der inselreiche Atlantik an goldene Sandstrände und eine Mövenschar schwebt in graziösen Formationen über der Flotte weißer Seegelboote, die in der Bucht vor Anker liegt. Wer gesehen hat, wie sich abends der Himmel über diesem Panorama rot färbt und die ersten Lichter der Großstadt aufleuchten, wird diesen Moment niemals vergessen. 

- Vor langen Busfahrten durch den ganzen Kontinent braucht man sich wider Erwarten nicht mit Büchern einzudecken, denn es kommt keine Langeweile auf - die Augen schweifen über die vorbeiziehenden Landschaften und die Gedanken durch die ereignisreiche Zeit... 

- Nach einem heißen Tag auf einer abgelegenen Insel am Strand übernachten, statt mit dem Boot zum Festland zurückzukehren - nachts unter freiem Sternenhimmel die Spiegelung des Mondes in den rauschenden Wellen beobachten - oder morgens auf die Unendlichkeit des Ozeans hinausblicken, während der Sand die aufgehende Sonne glitzernd reflektiert – und dabei träumen von neuen Abenteuern jenseits des Meers, von neuen einzigartigen Momenten... 



FUTURE AND INSPIRATION…


And then what...? Momentan lerne ich Japanisch und Chinesisch, um mir später einen Job in Fukuoka oder Shanghai suchen zu können... doch die Welt ist groß, und es gibt tausende Möglichkeiten! Als Barpianist auf einem Kreuzfahrtschiff die ganze Welt zu umsegeln, in einem Skiresort im Tourismus zu arbeiten, eine Zeit lang in einem buddhistischen Tempel zu leben, am Roten Meer als Tauchlehrer zu jobben – und sogar wie echte Gipsys einem Wanderzirkus beizutreten sind einige der verrückten Ideen, die ich im Hinterkopf behalte, falls das Leben langweilig werden sollte... oder ich lasse mich eines Tages häuslich nieder, wer weiß - es geschehen schließlich dauernd die verrücktesten Dinge! 

 

Nach dem ersten Schreck, dass man alle Träume, die einem über so lange Zeit den Antrieb für alles gaben, bereits verwirklicht hat, stellen sich unglaublicher Seelenfrieden und Gelassenheit ein. In Spanien sah ich in einer sternenklaren Nacht zwei Sternschnuppen fallen und ließ den Moment verstreichen, ohne einen Wunsch auszusprechen. Ein kanadischer Freund sagte mir einmal: "you're one of the happiest people I know" - und doch stellt diese Gipsy Tale allenfalls ein halbes Prozent der Geschichten, Erlebnisse und Gedanken dar, die das Leben auf Reisen im Lauf von 4 Jahren schreibt. Ich überlege tatsächlich, eines Tages ein Buch über das Ausleben von Lebensträumen zu veröffentlichen - doch in Wahrheit ist das Leben selbst ein Buch, und… “wer nicht reist, liest nur eine einzige Seite”, wie man in Brasilien sagt. Dabei kommt mir wieder Stevie Wonder in den Sinn: "So when times are bad, and you're feeling sad, I want you to always remember: there's a place in the sun, where there's hope for everyone... "

 

Special Note               

Feel free to browse through my work samples and testimonials, and please get in touch - I would love to discuss your project with you personally.